Babolna

Die Geschichte von Babolna reicht zurück bis zum Jahr 1790. Es waren die gleichen Motive wie schon in Mezöhegyes und Radautz, die die Entstehung verursachten: Enorme Kriegsverluste im Pferdebestand von Armee und Landwirtschaft forderten strenge Förderungsmaßnahmen, gleichzeitig erkannte man aber auch das Manko in der Qualität der bisher meist wild herangezogenen Remonten.

Babolna, unmittelbar an der Strecke Wien-Budapest gelegen, profitierte sowohl von seiner verkehrsmäßig viel günstigeren Lage gegenüber Mezöhegyes, als auch durch eine gesicherte Wasserversorgung. Jozef Csencovics, als Verantwortlicher beider Gestüte und all der anderen darin enthaltenen Landwirtschaftsbereiche, führte Babolna praktisch als Zweigbetrieb und organisierte über Babolna auch die umfangreichen Fleischviehtransporte für die Hauptstadt.

Berühmt wurde Babolna vor allem für seine Araberzucht: Laufende Importe aus den Hochzuchtgebieten Arabiens ermöglichten sowohl die Zucht von Vollblutarabern als auch die Schaffung der europäischen Kulturaraber - heute SHAGYA-ARABER genannt. Diese Shagya-Araber repräsentieren eine besondere Zuchtausrichtung auf die für die Armee benötigten Reitpferdeeigenschaften.

Über viele Jahre war Babolna auch Heimat der Lipizzaner und später auch des Englischen Vollblutes. Heute ist das Gestüt historischer Kern eines umfangreichen Agrar-Industriekomplexes und jederzeit eine Besuchsreise wert.

Auch über Babolna können wir ein Standardwerk nennen:
Dr. Walter Hecker: *"Babolna und seine Araber"*; ISG-Verlag, 1994