Das böhmische Hofgestüt Kladrub

AKTUELLES:
Völlig überraschend wurde die Leiterin des Gestütes, Frau Ing. Lenka Gotthardová, von ihrer Position abberufen. Wir kennen Frau Gotthardova als kompetente, tüchtige und voll engagierte Hippologin, die ihr Gestüt in den Jahren der Leitung zu einem wunderschönen Zentrum der mitteleuropäischen Pferdewelt gemacht hat. Die erfolgreiche Präsentation der traditionsreichen Rasse der "Altkladruber" war ihr dabei ebenso ein wichtiges Anliegen wie die Motivation ihrer Mitarbeiter. Beides führte zu herrlichen, gut organisierten Turnierveranstaltungen und Gestütspräsentationen, die wir selbst gerne miterlebten.
Ihr unermüdlicher Einsatz für die Rasse wurde u.a. auch durch ihre Nominierung in den Vorstand der Vereinigung europäischer Staatsgestüte belohnt.
Frau Ing. Lenke Gotthardova ist und bleibt ein Garant, dass die Bedeutung der Rassse und des altehrwürdigen Gestütes in der Öffentlichkeit nach bestem Wissen hochgehalten wird.
Wenn wir Lenka für Ihre Zukunft die besten Wünsche mitgeben, wollen wir nicht ausschließen, dass sie diese Zukunft auch wieder in ihr geliebtes Gestüt zurückführt. H.Gawlik 27 11 08

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1562 an den Ufern der Elbe gegründet, liegt das Gestüt heute in der Tschechischen Republik. Die Aufgabe Kladrubs lag immer vorrangig in der Zucht großrahmiger, repräsentativer Wagenpferde für prunkvolle Anspannungen am kaiserlichen Hof. Jeweils zwei Achterzüge weißer bzw. schwarzer Altkladruber mussten in den Wiener Hofstallungen für besondere Festlichkeiten zur Verfügung stehen.

Daneben wurden aber auch Halbblüter, sog. "Kladruber Braune", für den Interimseinsatz sowie für kurze Zeit (auf Wunsch von Kaiserin Elisabeth!) auch Englisches Vollblut gezüchtet. Der Derbysieger des Jahres 1872, Drum Major, blieb der einzige große Erfolg des kaiserlichen Rennstalles.

Die Bezeichnung "Altkladruber" rührt dementsprechend auch daher, die barocken Prunkpferde von den neueren Rassen im Gestüt zu differenzieren.

Kladrub wird als Weltkulturerbe auch heute sorgfältig als Gestüt betrieben und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Zur Zeit arbeiten wir gemeinsam mit der regionalen Entwicklungsagentur an einem Projekt zur Revitalisierung des vormaligen Hofgestütes KOPTSCHAN. Über einen Zeitraum von ca.. 100 Jahren (1722 - 1826)fanden im damaligen oberungarischen Gebiet um Koptschan, Holic und Göding die verschiedensten Pferderassen kurzfristig Heimat. Bekannt wurde K. aber vor allem als langjähriges Ersatzquartier für die Altkladruber.
Nach Fertigstellung unseres hippologischen Reiseberichtes in diese Epoche werden wir das Ergebnis veröffentlichen.