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LipizzanerAktuell: Die Diskussion um das sogenannte Ursprungs-Zuchtbuch ist wieder aufgeflammt. Via Brüssel hat Slowenien wieder einen neuen Anlauf gestartet, der von der Slowakei unterstützt bzw. bestätigt wurde.
In diesem Zusammenhang kann man nur auf die politische Ebene der Agrarminister verweisen, denn rein sachlich basieren die heutigen Gestüte in Piber, Lipizza und Topolcianky auf den gleichen Stutenstämmen, die nur durch die Kriegswirren temporär auseinandergingen und an anderer Stelle wieder zusammenkamen. 07 11 2011 H.Gawlik xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Einen ausführlichen Bericht zur Lipizzanerzucht finden Sie in der Nr.6/2010 der Pferderevue, Verfasser Dr. Thomas Druml, Mitglied unseres DOKU-Zentrums 04.06.2010 H.Gawlik xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Dem Wert dieser traditionsreichen Rasse in dieser kurzen Form zu entsprechen ist absolut unmöglich. In kurzen Umrissen wollen wir trotzdem versuchen, für uns wesentliche Punkte hervorzuheben. Den Namen verdankt diese Rasse ihrem geographischen Entstehungsort, dem "Karster Hofgestüt zu Lippiza", ihre Existenz Erzherzog Karl, dem Landesherren des damaligen "Innerösterreichs", der von Graz aus Steiermark, Kärnten, Krain, Görz, Istrien und Triest regierte. 1580 begründete er hier diese nunmehr über 400 Jahre bestehende Spezialrasse. Obwohl der karge Boden rund um Lippiza bereits in dieser Zeit eine jahrhundertealte Tradition als Pferdezuchtgebiet aufwies, betrat der Erzherzog mit seinem Gestüt absolutes Neuland. Er importierte nämlich sowohl die Stuten als auch die Hengste direkt aus Spanien, womit er auch einer an Europas Fürstenhöfen bestehenden "Mode" entsprach. Eine Vermischung dieser Population mit einer Landrasse wurde unbedingt vermieden. Aufgabe des Gestütes war, für den Hof in Graz edle Reit- und Wagenpferde zu züchten. Der Wiener Hof war in dieser Zeit mit Pferden aus dem böhmischen Hofgestüt zu Kladrub gleichfalls mit Pferden spanischer Herkunft bestens versorgt. Erst in der Regentschaft des Sohnes von Erzherzog Karl, dem späteren römisch - deutschen Kaisers Ferdinand II, (1578-1637)verdichtete sich die Verbindung von Lippiza zu Wien. Die Hengste wurden einer Grundschule unterzogen und gingen dann zur Leistungsprüfung an den "Spanischen Reitstall" in Wien. Die besten Stuten verblieben im Gestüt, ausgemusterte Pferde an den Kaiserlichen Marstall aber auch an private Interessenten abgegeben. Es gab also bereits in frühen Jahren eine private Lipizzanerzucht, die allerdings zumeist dem höheren Adel vorbehalten blieb. Den Übergang zur heutigen Lipizzanerzucht finden wir in den Namen berühmter Hengststämme, die im Verlauf der letzten Jahrhunderte erfolgreich wirkten. Diese Namen stehen im Vordergrund einer großen Zahl importierter Hengste, die sowohl andalusischer als auch arabischer Herkunft waren. Die arabischen Einflüsse entstanden vor allem aus der Tatsache, das die Importe aus dem Orient via Schiff und damit via Triest eintrafen. Lippiza war dsa naheliegende Auffanggestüt, die Hengste verblieben oft vor ihrer Weiterreise nach Radautz, Mezöhegyes oder Babolna eine oder mehrere Deckperioden hier. Die nachgenannten Hengste gelten als Basis für jene Lipizzaner, die im Stammgestüt tätig wurden und als Vatertiere für die Hengste der "Spanische Hofreitschule zu Wien" anerkannt wurden: PLUTO, geb. 1765 im dänischen Gestüt Frederiksborg, CONVERSANO, geb. 1767 in Italien, MAESTOSO, geb. 1773 im Böhmischen Hofgestüt Kladrub, FAVORY, geb. 1779, gleichfalls aus Kladrub, NEAPOLITANO, geb. 1790 in Italien und SIGLAVY, geb. 1810 in Syrien. Neben diesen 6 Vaterstämmen, deren Nachkommen in der Spanischen Hofreitschule geprüft werden, gibt es zwei weitere Hengststämme, die in der internationalen Lipizzanerzucht anerkannt werden: Die TULIPANS des Grafen Jankovic, die man noch heute vor allem in den kroatischen Zuchstätten findet und die INCITATOS, die gleichfalls, spanisch-italienisches Blut führen und heute vor allem in Ungarn zu finden sind. Die Basis jeder Zucht liegt aber in den Stutenfamilien, die im Falle der Lipizzaner eben über mehrere Jahrhunderte zurückführen. Wenn auch die Aufzeichnungen in den Gestüten anfangs lückenhaft geführt und später von so mancher Katastrophe vernichtet, unvollständig sind geben diese Familien doch Zeugnis von der sorgfältigen Arbeit, die derLipizzanerrasse in dieser langen Epoche gewidmet wurde. Die unterschiedliche Nutzung des Lipizzaners, der als klassisches Wagenpferd gerade jetzt wieder mit großem Erfolg in Ungarn und Kroatien für den Fahrsport gezüchtet wird, hingegen in Piber ausschließlich für den Einsatz in der "Hohen Schule" selektiert wird, basiert auf der vielfältigen Eignung der Lipizzaner. Aber auch Fragen des Exterieurs bestimmen die Zucht. Der eher kompakte, muskulöse Typ, der für die Schulen über der Erde prädestiniert ist unterscheidet sich vom sportlichen Wagenpferd, der eher einen langen Schritt als eine hohe Knieaktion braucht, doch wesentlich. Wird fortgesetzt ! Hinweise nehmen wir dazu gerne entgegen. Bis zu dieser Fortsetzung wollen wir aber einige Literaturhinweise geben: "Die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule" Dr. Georg Kugler und Dr. Wolfdieter Bihl, Pichler Verlag 2002 "Lipizzaner" Martin Haller, Cadmos-Verlag 2003 "Auf den Spuren der Lipizzaner" Dr. Heinz Nürnberg, Olms Presse 1998 "Der Lipizzaner" Dr. Heinz Nürnberger, Brehm Bücherei Bd. 613,Essen 1993 aus dem Antiquariat: "Die Spanische Reitschule zu Wien" Dr. Jaromir Oulehla, Leo Mazakarini, H.Brabec D'Ipra Verlag Orac 1986 "Die Spanische Hofreitschule zu Wien" Hans Handler, Erich Lessing, Verlag Molden, 1972 Das Schriftwerk Major Alois Podhajskys beschäftigt sich neben dem Hauptinhalt, der Reitlehre, natürlich auch ausführlich mit der Geschichte der Schule. Das Herzstück der Reitlehre, die berühmten "Directiven" sind als Reprint neben vielen anderen Fachbüchern im Shop der Spanischen Hofreitschule in Wien erhältlich. Sollten für wissenschaftliche Arbeiten detaillierte Interessen zu den Themen "Lipizzaner" bzw. "Spanische Hofreitschule" bestehen, stehen wir gerne zur Verfügung. Umfangreiche Literaturlisten liegen vor. Unsere Gesellschaft verfügt über umfangreiches Material über die Periode "Hostau" sowie über die Rettung der Stutenherde als Erben des Archives von Dr.Lessing. Weiters verfügen wir über eine umfangreiche Datensammlung zu berühmten Aktiven der Schule, wie z. B. der Familie Weyrother. Unser Mitglied, Fr. Dr. Christa Mache, arbeitet als Historikerin nicht nur an diesem Thema sondern ist grundsätzlich damit beschäftigt, unseren Zeitschriftenbestand, der bis in die Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts zurückreicht, zu katalogisieren. Auch diese Zeitschriftensammlung befindet sich im Schloß Marchegg. Sollten Sie Schriftgut zum Thema Pferd "entsorgen" wollen, stehen wir dankbar zur Verfügung.
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