Piber

Das bis 1867 unter militärischer Leitung geführte k.k. Staatsgestüt Piber geht auf eine Gründung Josefs II. zurück, der die im geistlichen Besitz befindliche Domäne im Zuge der Säkularisierung zu einem Remontendepot umwidmete. Die wechselvolle Geschichte, erlebte u.a. mehrere Gestütsevakuierungen infolge feindlicher Einbrüche (1805, 1809, 1813 etc.).

Für die Versorgung mit Landesbeschälern wurden 1890 von Radautz englische Halbblutstuten, Noniusstuten und arabische Mutterstuten der Stämme Shagya und Gidran abgestellt. Später kamen auch schwerere Furiosostuten nach Piber.

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges begann die Auflösung dieser Gestüte in alle Richtungen der alten Habsburger-Monarchie, teilweise auch durch Abstellung an das neugegründete Staatsgestüt in Wieselburg.

1920 beginnt dann die Geschichte Pibers als Zuchtstätte der Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule durch Aufnahme der Pferde aus Lipica, die während der Kriegshandlungen eine Unterkunft in Laxenburg gefunden hatten.

Schon ab 1858 wurden in Piber Lipizzaner gezüchtet, jedoch nicht für den Bedarf des Hofes bzw. der Schule, sondern als jener leichte Arbeitspferdetyp, der noch heute in den ehemaligen Kronländern anzutreffen ist und der heute im Fahrsport große Erfolge feiert.

Heute verfügt das Gestüt über eine wunderschöne, natürliche, dem Bedarf entsprechend gewachsene Anlage rund um das ehemalige Stiftsgebäude und dazu über vier Außenhofanlagen, die als Aufzuchtstätten der Jungpferde die optimalen Bedingungen für die zukünftigen Stars der Spanischen Hofreitschule bilden.