Shagya-Araber

Eine Vorstellung der Rasse "Shagya-Araber" muß zu aller erst die Verwirrungen, die aus der Namensgebung entstehen, aufklären. Während man bei den Lipizzanern und Altkladrubern den Gestütsnamen übernimmt, wählte man in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts (1878) den Namen eines der Stammväter für die gesamte Population. Vergleichsweise würden dann alle Lipizzaner vielleicht "Pluto" heißen, Abstammungshinweise bzw. Charakterunterschiede gingen bereits in der Überschrift verloren.
"Radautzer" als Hinweis auf das älteste Zuchtzentrum wäre sicherlich ein möglicher Sammelnamen, würde aber die späteren Zentren Mezöhegyes und Babolna negieren.
Nun, diese Form des "Kulturarabers", die Fundament, Kaliber, Härte und Rittigkeit in die vorhandene orientalische Stutenbasis brachte, basiert u.a. auf folgenden, noch heute nach ca. 200 jähriger Zuchttradition berühmten Vaterstämmen:
SIGLAVI 1810 OA, SHAGYA (geb. 1830 in Arabien) GAZLAN 1840 OA (später Gazal), DAHOMAN 1846 0A, JUSSUF 1869 Ar.VB,KOHEILAN ADJUZE 1867 OA, O'BAJAN 1880 0A, HADBAN 1891 OA, KEMIR OA 1894, in späteren Jahren kamen u.a. noch GIDRAN, SIGLAVY BAGDADY 1895 OA,MERSUCH 1898 OA, AMURATH, IBRAHIM 1900 OA, KUHAYLAN ZAID, EL SBAA 1920 OA etc. dazu.
Andere, früher oft bedeutende Stämme, sind im Hengstenstamm bereits ausgestorben. So auch der Siglavystamm, der aber in der Lipizzanerzucht noch heute eine sehr bedeutende Rolle spielt.
Eine vollständige Auflistung und Beschreibung der Vater-Stämme ist im Rahmen dieser Rassepräsentation sicher nicht möglich. Es gibt dazu eine Vielfalt an Literatur, u.a. die Schriftenreihe "Shagya-Araber" aus dem Verlag Zeunert, www.zeunert.de, wo in bereits 15 Folgen die Welt der Rasse und ihrer Väter liebevoll publiziert wird. Als Standardwerk gilt aber unbestritten das Buch unseres Vizepräsidenten, Hans BRABENETZ, der dieser Rasse sowohl als Züchter als auch als Buchautor wesentliche Teile seines "Pferdelebens" gewidmet hat:
DAS k. k. STAATSGESTÜT RADAUTZ UND SEINE PFERDE",erhältlich im Fachbuchhandel oder über unsere Gesellschaft. ( 235 Seiten, dzt. ¤ 49,00 plus Porto)
Martin HALLER schreibt in seinem Buch "PFERDE UNTER DEM DOPPELADLER" zu dieser Rasse folgenden Übergang in die Jetztzeit: " Der alt-österreichische Kulturaraber .. erfreut sich heute unter den Kennern des orientalischen Pferdes großer Beliebtheit. Man schätzt seine dem modernen Anforderungsprofil sehr gut entsprechenden Reiteigenschaften, seine Härte und Schönheit". Heute wie damals besticht er durch Ausdauer, Robustheit und das freundliche, leistungsbereite Wesen, welches die Shagyas zu idealen Freizeit-, Fahr- und Distanzpferden für gehobene Ansprüche machen."

Band 19 der Schriftenreihe "Shagya-Araber" ist kürzlich erschienen. Er enthält neben vielen züchterischen Informationen ausführliche Informationen über die Hengstlinie von O'Bajan und den Babolnaer Shagya XVII. Der Band ist für ¤ 17,50 plus Porto bei uns erhältlich!